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Arbeitsbedingungen im Hochgebirge

Neben dem rücksichtslos hohen Bautempo, das überlange Arbeitszeiten und eine mitunter grobe Behandlung durch die Vorarbeiter bedingte, machten den Zwangsarbeitern mangelnde Sicherheitsvorkehrungen, unwegsames Gelände, die Kälte, die teilweise mangelhaften hygienischen Verhältnisse in den Unterkünften (Läuse, Wanzen) und Unterernährung zu schaffen. Zugleich waren die Aufseher darauf bedacht, keine Gruppenbildungen oder solidarische Akte unter den Arbeitern aufkommen zu lassen. Verständigungsprobleme durch fehlende Sprachkenntnisse sowie mangelnde Ausbildung und Erfahrung erschwerten die Situation der Menschen.

Darüber hinaus führten Lawinen, Steinschläge, Sprengstoffunfälle und Abstürze zu zahlreichen Unfällen. Manche endeten tödlich. Da die Angaben zu den Unfällen mit tödlichem Ausgang voneinander abweichen, ist die genaue Anzahl nicht bekannt. Zwar ist dokumentiert, dass während der Kriegszeit 35 Personen tödlich verunglückt sind. Allerdings weiß man nicht genau, wie viele Menschen infolge von Krankheiten verstorben sind oder schwere Gesundheitsschäden davongetragen haben. Nicht berücksichtigt sind ferner auch die Personen, die bei Fluchtversuchen ums Leben kamen oder wegen diverser Delikte in Haft genommen wurden und dann beispielsweise im so genannten „Arbeitserziehungslager“ Reichenau in Innsbruck, oder in den Konzentrationslagern in Dachau und Mauthausen ihr Leben ließen.