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Lebens- und Arbeitsbedingungen von Zwangsarbeitern und Kriegsgefangenen

Die Lebenssituation der Zwangsarbeiter ist je nach Nationalität, Zeitpunkt des „Einsatzes“ oder Art der Zwangsarbeit sehr differenziert zu betrachten. Zwangsarbeit war nicht gleich Zwangsarbeit. Generell waren die Bedingungen gemäß der nationalsozialistischen Ideologie hauptsächlich von der „Volkszugehörigkeit“ geprägt. So genannte „Westarbeiter“ wurden anders behandelt als die „Ostarbeiter“. Russen rangierten an unterster Stelle, da sie als „rassisch minderwertig“ betrachtet wurden. Sie wurden bewacht, waren meist von den anderen Gruppen isoliert und konnten wenig oder keinen Kontakt mit ihren Familien pflegen.

Darüber hinaus waren die Umstände von der jeweiligen Arbeitsbranche, vom konkreten Betrieb, vom jeweiligen Lager und von der Lage und Größe des Standorts abhängig. Auf der Bielerhöhe befand sich etwa im Umfeld des Silvrettadorfes eine Hochgebirgsbaustelle mit allen damit verbundenen schwierigen Bedingungen, wie extremer Witterung und hoher Unfallgefahr. Neben physischen Problemen litten viele der zumeist noch jugendlichen „Ostarbeiter“ unter starkem Heimweh.