Unternehmen

1945-1988

1947
Illwerke werden Sondergesellschaft
Im 2. Verstaatlichungsgesetz aus dem Jahr 1947 wurde die Vorarlberger Illwerke Aktiengesellschaft zur Sondergesellschaft erklärt. Damit war ihr, im Unterschied zu den Landesgesellschaften, die für die regionale Stromversorgung zuständig sind, vor allem die Erzeugung elektrischer Energie in Großkraftwerken und der Betrieb ihrer Hochspannungsanlagen aufgetragen.

1949
Tiroler Landesvertrag 1949

Im Jahre 1949 wurde im "Tiroler Landesvertrag 1949" die Überleitung verschiedener Gewässer von Tirol nach Vorarlberg vereinbart und dem Land Tirol ein Strombezugsrecht zu vergleichbaren Bedingungen, wie sie für das Land Vorarlberg gelten, eingeräumt. 

1950
Inbetriebnahme des Latschauwerks

1952
Die durch die Kriegsfolgen geänderten Verhältnisse erforderten eine Neuregelung der vertraglichen Beziehungen der Illwerke zu den deutschen Stromabnehmern RWE und EVS. Sie erfolgte durch den Abschluss des "Illwerke-Vertrages 1952". Dabei wurden die Grundsätze des "Landesvertrages 1926" beibehalten und damit eine weitere Entwicklung der Gesellschaft, auf der von den Gründern vereinbarten Basis, vertraglich gesichert.
Der "Illwerke-Vertrag 1952" sieht vor, dass RWE sowie EVS berechtigt und verpflichtet sind, den Illwerken je ein Drittel des Energiedarbietens abzunehmen. Die Länder Vorarlberg und Tirol sind nach diesem Vertrag berechtigt, das verbleibende Drittel des Energiedarbietens zu beziehen (Länderdrittel), jedoch ohne dazu verpflichtet zu sein.
Im Illwerke-Vertragswerk 1952 wurde ein ergänzendes Übereinkommen zwischen dem Land Vorarlberg und den Illwerken getroffen, wobei im Wesentlichen die weitere Geltung des "Landesvertrages 1926" in der Fassung des Jahres 1940 festgelegt wurde.
In den Jahren nach dem Abschluss des "Illwerke-Vertrages 1952" schritt der Ausbau der kalorischen Kraftwerke zur Erzeugung der Grundlast im westeuropäischen Netz rasch voran. Dieser forderte auch die Bereitstellung von weiterer Spitzen- und Regelenergie.

1958
In den Jahren 1954 - 1958 wurden das Lünerseewerk als besonders leistungsstarkes Pumpspeicherwerk für Jahres- und Wälzpumpspeicherung gebaut und eine zusätzliche 220-/380-kV-Kraftwerks-Direktleitung von Bürs zur Staatsgrenze und weiter zum Umspannwerk Dellmensingen (Nähe Ulm) errichtet. Das Lünerseewerk war 1958, im Jahre seiner Inbetriebnahme, das leistungsstärkste Hochdruckpumpspeicherwerk der Welt.

1962
Eine ergänzende Vereinbarung zum "Tiroler Landesvertrag 1949" ermöglichte es, weitere Tiroler Bäche überzuleiten. Dies führte zur Verwirklichung des "Programmes 1960" mit dem Kopssee und dem Kopswerk I samt den zugehörigen Anlagen Rifawerk und Pumpwerk Kleinvermunt.

1976
Seit der Inbetriebnahme des Rodundwerkes II im Jahre 1976 wird die Gefällstufe Latschau - Rodund in den Rodundwerken I und II wieder zur Erzeugung von Spitzenenergie genutzt. Daneben dienen das Rodundwerk I und das Rodundwerk II auch der Wälzpumpspeicherung und sind zusätzliche Wasserzubringer für die Pumpspeicherung im Lünerseewerk.

1988
Ende der 60er-Jahre wurde die Auffassung vertreten, die Auslegung des Illwerke- Vertrages 1952 habe sich im Laufe der Jahre vom ursprünglichen Vertragsinhalt zu Lasten der Illwerke und des Landes Vorarlberg gelöst. Schiedsverfahren und auch andere Interessen führten schlussendlich dazu, dass der langjährige Vertragspartner Rheinisch-Westfälisches Elektrizitätswerke AG (RWE) aus dem Vertragswerk ausschied, wobei die Österreichische Elektrizitätswirtschafts-AG (Verbundgesellschaft) sowie die Länder Vorarlberg und Tirol Rechte und Pflichten des RWE unverändert im Verhältnis 50:39:11 übernahmen.