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Kraftwerke

Silvrettasee

Nutzinhalt 38,6 Mio. m³
Energieinhalt 134,69 Mio. kWh


Der Silvrettasee bietet die Möglichkeit der Jahresspeicherung. Damit kann eine Verlagerung des anfallenden Zuflusses zu einem bedarfsbestimmten Zeitpunkt und insbesondere eine Verlagerung des Zuflusses zur Stromerzeugung vom Sommer in den Winter erreicht werden.

Lage

Auf der Bielerhöhe liegt in 2 030 m Höhe der Silvrettasee. Vom südlichen Ende des Sees zweigen das Klostertal und das Ochsental ab. Im Westen begrenzt der Bergstock der Lobspitzen den See. Das östliche Ufer liegt am Fuße des Hohen Rades. Die Ill entspringt dem nahe gelegenen Ochsentalgletscher. Nach Durchfließen des Ochsentales erreicht sie den Silvrettasee.

Geschichte

An Stelle des heutigen Silvrettasees befand sich ein nacheiszeitlicher See, der wegen der Geschiebezufuhr im Laufe der Zeit verlandete und zum "Ochsenboden" wurde.Eine Galtürer Chronik berichtet vom regen - noch bis ins 17. Jahrhundert möglichen - Verkehr über den Ochsenboden und über den damals noch gletscherfreien Vermuntpass. Früher führte ein befahrbarer Weg von der Vermuntalpe über den Vermuntpass nach Guarda im Engadin, der im Jahre 1622 zerstört wurde, um Truppen das Überschreiten des Passes zu erschweren. Man hätte sich diese Mühe ersparen können, so berichtet die Chronik, da bald darauf Pass und Weg vergletscherten. Auf dem ehemaligen "Ochsenboden", dem Gebiet des heutigen Silvrettasees, wurde vor dieser Zeit alljährlich ein viel besuchter Viehmarkt abgehalten. Vom Wirtshaus, das in der Nähe dieses Viehmarktes stand, dem Veltliner Hüsli, ist noch ein Schriftstein vorhanden.Gegenwärtig erstreckt sich ein Gletscher vom Vermuntpass gegen die Alpe Großvermunt.

Baugeschichte

1938 begann der Bau der Sperrenbauwerke für den Silvrettasee. Er wurde durch den Bau der Sperre, einer Gewichtsmauer aus Beton, und der Aufsattelung des natürlichen Bieler-Moränendammes geschaffen. Die Sperrenstelle war durch die Einengung des Tales vorgegeben, die rund 500 m oberhalb der Alpenvereinshütte Madlenerhaus liegt. Dort bestanden auch günstige Gründungsverhältnisse für die Staumauer. Der See wird von der Ill und dem übergeleiteten Bieltalbach gespeist. Im Zuge des Sperrenbaues wurde im Bereich der Silvrettasperre das Silvrettadorf errichtet. Die Bauweise (heimische Holzstrick-Technik aus massiven Balken) war an die harten klimatischen Verhältnisse angepasst. Die Silvrettasperre wurde im Wesentlichen nach 1938 und während des Zweiten Weltkrieges errichtet. Die beauftragten Baufirmen beschäftigten auch Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene. Die ohnehin schweren Arbeitsbedingungen waren für die Zwangsverpflichteten ihrer Situation zufolge ungleich härter.Auf der Bielerhöhe erinnert die Barbarakapelle an die Mitarbeiter der Illwerke und der bauausführenden Firmen, die im Zuge der Bauarbeiten und des Betriebes verunglückt sind.

Inbetriebnahme

Der erste Teilstau erfolgte im Jahre 1943, der erste Vollstau im Sommer 1951.

Silvrettasee